Das Wichtigste vorab
⚠️ Stand: 2. Oktober 2026. Eigen Labs hat EigenLayer im Juni 2025 in eine größere Plattform namens EigenCloud eingebettet (Ankündigung). EigenLayer gibt es weiter – als Restaking- und Sicherheitsschicht dieser Plattform. Der Token heißt unverändert EIGEN; in den offiziellen Quellen ist kein Token-Tausch vorgesehen. Seit April 2025 kann eingesetztes Kapital bei Fehlverhalten gekürzt werden („Slashing“). Keine Anlageberatung.
Viele kennen das Projekt noch als EigenLayer. Hier liest du, wie Restaking funktioniert, welche Rolle EIGEN spielt und was sich für dich ändert.
Was ist EigenLayer?
Auf → Ethereum sichern Validatoren das Netzwerk mit hinterlegtem ETH ab. EigenLayer setzt darauf auf: Dasselbe gestakte Kapital kann zusätzlich weitere Dienste absichern – das nennt sich Restaking. Diese Dienste heißen AVS. Ursprünglich stand das Kürzel für „Actively Validated Services“, im EigenCloud-Auftritt für „Autonomous Verifiable Services“.
Der Gedanke dahinter: Ein neuer Dienst muss kein eigenes Netzwerk an Absicherern aufbauen, sondern kann sich bestehendes Kapital „leihen“. Wie Staking grundsätzlich funktioniert, erklärt → Was ist Staking?
Wie funktioniert Restaking?
Wer restakt, überlässt sein Kapital einem Operator. Das ist ein Betreiber, der die Software der AVS ausführt. Erfüllt er seine Zusagen, gibt es Belohnungen. Seit dem 17. April 2025 gilt auch die Kehrseite: Verstößt ein Operator gegen die Bedingungen eines Dienstes, kann ein Teil des Kapitals vernichtet werden (Eigen Labs).
Wichtig für dich als Restaker:
- Freiwillig: Operatoren entscheiden selbst, ob sie sich Gruppen mit Slashing-Regeln anschließen. Dein Kapital ist nur betroffen, wenn dein Operator das tut.
- Getrennte Töpfe: Operatoren weisen Teile des Kapitals gezielt einzelnen Diensten zu. So soll derselbe Anteil nicht von mehreren Diensten gleichzeitig gekürzt werden können.
- Umverteilung: Seit dem 22. Juli 2025 ist zusätzlich eine Erweiterung namens „Redistribution“ auf dem Mainnet aktiv (Eigen Labs).
Welche Rolle spielt EIGEN?
EIGEN ist mehr als ein Stimmrecht. Eigen Labs nennt ihn einen „universal intersubjective work token“ (Vorstellung vom April 2024). Gedacht ist er für Fehler, die sich nicht per Code beweisen lassen, über die sich aber alle vernünftigen Beobachter einig sind – etwa wenn ein Dienst Daten zurückhält.
Wer EIGEN stakt, sichert damit Dienste ab. Benimmt sich jemand falsch, kann ein Herausforderer eine Abspaltung (Fork) des Tokens anstoßen, in der der Verursacher seinen Einsatz verliert. Ein zweiter, „fork-unabhängiger“ Token soll verhindern, dass solche Abspaltungen Anwendungen wie Kreditplattformen stören.
Im Dezember 2025 schlug Eigen Labs vor (ELIP-12), einen Teil der Einnahmen aus Diensten und Cloud-Produkten für mögliche Rückkäufe von EIGEN zu nutzen. Auf der EigenCloud-Website heißt es heute, dass die EIGEN-Ausschüttungen an das ETH-Quorum beendet sind und bereits zugeteilte Ausschüttungen verbrannt werden.
Was ist EigenCloud?
EigenCloud wurde am 17. Juni 2025 vorgestellt und versteht sich als „überprüfbare Cloud“ für Anwendungen und KI-Agenten. Sie baut auf EigenLayer auf und bündelt mehrere Produkte:
| Baustein | Aufgabe |
|---|---|
| EigenLayer | Sicherheitsschicht: ETH und EIGEN staken, Belohnungen erhalten |
| EigenDA | Datenverfügbarkeit |
| EigenCompute | Ausführung von Anwendungen mit kryptografischem Nachweis |
| EigenAI | nachprüfbare KI-Ergebnisse |
| EigenVerify | Klärung von Streitfällen, nutzt die Fork-Fähigkeit von EIGEN |
Was ist passiert?
- 29. April 2024: Eigen Labs stellt den EIGEN-Token vor.
- 17. April 2025: Slashing geht auf dem Mainnet live.
- 17. Juni 2025: Start von EigenCloud.
- 22. Juli 2025: Redistribution geht live.
- 18. Dezember 2025: Vorschlag für ein gebührenbasiertes Anreizmodell.
- 29. September 2026: Laut dem Nachrichtenportal Blockhead will der Liquid-Staking-Anbieter ether.fi bis Ende 2026 komplett aus dem Restaking aussteigen. Das in EigenLayer hinterlegte Kapital ist demnach seit August 2025 auf weniger als ein Viertel geschrumpft.
Was bedeutet das für dich?
- EIGEN-Halter: Der Name EigenCloud ändert nichts an deinem Token. Bietet dir eine Website eine „Migration“ oder einen „Umtausch“ von EIGEN an, ist Vorsicht geboten: Gib nie deine Seed-Phrase ein und bestätige keine Freigaben auf unbekannten Seiten. Mehr dazu: → Krypto sicher aufbewahren.
- Restaker: Prüfe, ob dein Operator an Diensten mit Slashing teilnimmt. Für ETH-Restaker gibt es keine neuen EIGEN-Ausschüttungen mehr.
- Erträge: Restaking wirft derzeit wenig ab, große Anbieter steigen aus.
Chancen und Risiken
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| neue Dienste nutzen vorhandene Ethereum-Sicherheit | Verlust durch Slashing möglich |
| EIGEN soll an Gebühren der Plattform beteiligt werden | geringe Erträge, Kapital fließt ab |
| breitere Plattform mit KI- und Cloud-Produkten | komplexes Zusammenspiel aus Operatoren, Diensten und Forks |
Steuerlicher Hinweis
Belohnungen aus Restaking können als sonstige Einkünfte zählen, der Verkauf oder Tausch von EIGEN als privates Veräußerungsgeschäft. Halte Datum, Mengen und Werte fest. Mehr im → Krypto-Steuer-Guide.
Häufige Fragen (FAQ)
Heißt EigenLayer jetzt EigenCloud? Nicht ganz. EigenCloud ist seit Juni 2025 der Name der Gesamtplattform von Eigen Labs. EigenLayer ist darin die Restaking- und Sicherheitsschicht und heißt weiter so.
Muss ich meine EIGEN-Token tauschen? In den offiziellen Quellen ist kein Tausch vorgesehen; der Token heißt weiter EIGEN. Seiten, die eine „Migration“ verlangen, solltest du meiden.
Was ist Slashing? Eine Strafe: Verletzt ein Operator die Regeln eines Dienstes, kann ein Teil des Kapitals vernichtet werden – seit dem 17. April 2025 und nur bei Operatoren, die sich dafür entschieden haben.
Wofür wird EIGEN gebraucht? Zum Staking, um Dienste abzusichern, und für Strafen per Token-Fork. Vorgeschlagen ist außerdem, Einnahmen der Plattform für Rückkäufe von EIGEN zu nutzen.
Ist EigenLayer für Einsteiger geeignet? Eher nicht. Restaking bündelt mehrere Risiken und bringt derzeit wenig Ertrag. Verstehe zuerst die Grundlagen des Stakings.