Kryptowährungen – In diesen Ländern sind sie verboten

Eine Weltkarte der Verbote von Kryptowährungen
Bild: Abgesehen von Venezuela sind auf den hier aufgelisteten Staaten Kryptowährungen teilweise oder gänzlich verboten. Bildquelle: Felix_Broennimann I pixabay.com

In Venezuela wird bis Jahresende eine Inflation von 13.000% erwartet. In Algerien liegt sie bei fast acht Prozent. Nicht verwunderlich, dass sich die Menschen nach alternativen Zahlungsmethoden umschauen. Hinzu kommen die staatliche Regulierung und die Hürden bei internationalen Transaktionen. Das alles spielt einigen Kryptowährungen in die Hände und ruft die staatlichen Organe auf den Plan. Was für viele ein Segen ist, ist manchen Regierungen ein Dorn im Auge. Doch wo sind Kryptowährungen tatsächlich verboten? Ich habe es für dich aufgelistet.

Algerien – Keine physische Unterstützung

Noch gibt es keinen Komplettverbot von Kryptowährungen in Algerien. Das wird sich mit dem neuen Haushaltsgesetz für 2018 aber wahrscheinlich ändern. Demnach werden der Besitz und die Nutzung der Technologie unter Strafe stehen. Die Regierung in Algerien meint offiziell, dass es bei Kryptowährungen keine physische Unterstützung gibt, zum Beispiel Münzen. Weiterhin fördert die neue Art der Währung den Drogenhandel, die Steuerhinterziehung und die Geldwäsche.

Bolivien – Aus Sorge um die Ersparnisse

In Santa Cruz wurden Anfang 2017 sechzig Personen im Zusammenhang mit Bitcoins verhaftet. Die Täter haben anderen Menschen das investieren in Krypto erklärt und gezeigt. Bereits 2014 hat die El Banco Central de Bolivia jede virtuelle Währung verboten. Die Zentralbank befürchtet, dass den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen wird und sie damit ihre Ersparnisse verlieren könnten.

„Titcoin, Pizzacoin oder Spacecoin. Es gibt viele unsinnige Kryptowährungen. Ob der mündige Bürger aktiv davor geschützt werden muss, stelle ich in Frage. Niemand sollte ohne Vorkenntnisse und ohne Trading-Erfahrung mit Kryptowährungen spekulieren. Wer damit Geld verdienen möchte, der sollte eine umfassende Trading-Ausbildung durchlaufen. Aufklärung ist meiner Meinung nach der beste Schutz vor Abzockern und Betrügern. Beides gibt es zweifelsohne in der Branche“, teilte und Martin Brosy von der TRADEMY mit.

China – Auch Miner sind betroffen

Im Reich der Mitte ist der Handel mit Kryptowährungen auf Basis der chinesischen Leitwährung Renminbi (1 Renminbi = 0,129996403 Euro, Stand: 28.04.2018) verboten. Die Regierung hat es nicht nur auf den Handel mit den alternativen Zahlungsmitteln abgesehen, sondern greift beim heimischen Bitcoin-Mining durch. Im April wurden in Tianjin 600 Miner beschlagnahmt. Wegen des hohen Stromverbrauchs schaltete der lokale Energieversorger die Polizei ein.

Ecuador – Keine Durchsetzung des Verbotes

Als illegales Zahlungsmittel gilt der Bitcoin in Ecuador bereits seit Juli 2014. Die Regierung hielt Bitcoin-Unternehmen dazu an, dass sie sofort ihre Arbeit einstellen sollten. Sonst werden die Bitcoins konfisziert. Trotz des Verbotes nutzen die Bürger des Landes weiterhin die virtuellen Zahlungsmittel. Durchgegriffen hat die Regierung folglich noch nicht. Im Gegenteil, sie plant sogar eine eigene Währung.

Indien – Indirekter Verbot über eine Drohung

Die indische Zentralbank Reserve Bank of India, kurz RBI verbietet zwar die Kryptowährungen nicht, stellt aber die Geschäftsbeziehungen mit Geldhäusern ein, die im Auftrag von Kunden mit Coins handeln. Davon betroffen sind auch Überweisungen von privaten oder geschäftlichen Konten an ein Kryptobörse. Die dafür zuständige Bank muss mit einer Beendigung der Partnerschaft rechnen.

Iran – Aus Angst vor Terrorfinanzierung

Ebenfalls im April hat die iranische Zentralbank den Finanzinstituten Transaktionen mit Kryptowährungen verboten. Die staatliche Stelle fürchtet Steuerhinterziehung und die Finanzierung des Terrorismus. Die Entwicklung ist etwas überraschend, denn noch im November 2017 war die islamische Republik dem Bitcoin positiv eingestellt. Es sollte zwar eine Regulierung geben, aber ein Verbot war nicht absehbar.

Kasachstan – Gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung

Kasachstan plant eine eigene Kryptowährung auf Basis der Blockchain-Technologie. Gleichzeitig wird es wohl demnächst ein Verbot zum Austausch von Tenge (1 Tenge = 0,0025 Euro, Stand: 28.04.2018) und Kryptowährungen geben. Der Vorsitzende der Notenbank, Daniyar Akishev wies gegenüber Sputnik auf die Notwendigkeit dieses Verbots hin. Ohne eines Verbots werden Geldwäsche und Steuerhinterziehung Türen geöffnet.

Marokko – Der Handel steht unter Strafe

Das Sahara Königreich stellt seit November 2017 die Nutzung von Kryptowährungen unter Strafe. Eine Transaktion mit Krypto verstößt gegen das aktuelle marokkanische Recht. Momentan dürfen internationale Transaktionen nur mit einer geeigneten Mittlerbank durchgeführt werden. Zudem muss die Zentralbank des Landes die Fremdwährung zur Nutzung gelistet haben.

Pakistan – Kryptowährungen sind illegal

In Pakistan gelten Kryptowährungen als illegal. Der Handel mit der Währung oder den Token sei für die Banken und Zahlungsanbieter verboten. Der Umtausch in die nationale Währung soll von den Finanzdienstleistern nicht weiter durchgeführt werden.

Russland – Rudert zurück

Ende letzten Jahres schränkte Russland für seine Bürger den Zugang zum Krypto-Geld ein. Es wurden Bitcoin-Börsen geblockt, in der Hoffnung, dass diese den Handel später einstellen. Insgesamt wurden um die vierzig Seiten verboten. Nun kam es zu einem Präzedenzfall. Das Verbot gegen die als illegal eingestufte Seite Bitcoininfo.ru wurde aufgehoben. Der stellvertretende Zentralbankchef Sergej Schwezow sagte damals, dass die Notenbank den Kleinanlegern keinen Zugang zu dubiosen Finanzinstrumenten geben möchte. Scheinbar ist ein Krypto-Rubel bereits in der Planung. Wladimir Putin hat die Schaffung einer eigenen Kryptowährung offenbar genehmigt.

Venezuela – Erfolgreich mit dem Petro-Staatscoin

Erfolgreich vorantreiben tut das von den durch die USA verhängten Wirtschaftssanktionen gebeutelte Land den eigenen Petro-Coin. Die Währung ist mit Öl gedeckt und konnte bereits am ersten Tag des Pre-Sales 735 Millionen Dollar einsammeln. Andere Quellen sprechen mittlerweile von fünf Milliarden Dollar. Ob nun der wirtschaftliche Befreiungsschlag folgt, bleibt abzuwarten. Die Landeswährung Bolivar leidet unter einer hohen Inflation. Die Nationalversammlung hatte sich am Anfang gegen das Projekt gestellt und es als „illegal“ bezeichnet. Im April erhielt der Petro nun den Status einer legalen Währung. In den USA ist die Nutzung des Petro durch Trump verboten worden.

Fazit

Dezentral. Diese tragende Eigenschaft macht eine Kryptowährung aus. Der Versuch der Politik eine eigene Kryptowährung unter der eigenen Kontrolle zu etablieren, steht dieser Idee entgegen. Allerdings möchten die Hochfinanz und die politische Elite etwas vom Kuchen abhaben. Die Alternative zum Fiatgeld muss weiter um ihre Daseinsberechtigung kämpfen.

Es ist so, wie Mahatma Gandhi schon sagte: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Die Kryptorevolution sorgt für ein Umdenken in der Gesellschaft und regt zu Grundsatzdiskussionen an. Wahrscheinlich wird sich am Ende des Prozesses nicht Mal ein Prozent der Vielzahl an Kryptowährungen durchsetzen. Vielleicht wird es sogar eine Alternative zum Bitcoin geben. Eines steht jedoch fest, ohne die Kryptowährungen würden all diese spannenden Fragen in der Öffentlichkeit nicht besprochen werden. Es verändert sich etwas, dank Krypto.

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